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Stratech- und Passguard-Partnerschaft: Gemeinsam stärker gegen Infostealer

Stratech und Passguard haben eine Partnerschaft geschlossen, um eine wachsende, aber oft unsichtbare Bedrohung zu bekämpfen: Infostealer. Diese Schadsoftware ist darauf ausgelegt, Zugangsdaten für Konten und sensible Daten zu stehlen.
Schutz vertraulicher Daten
Stratech automatisiert wissensintensive Prozesse für über 1.800 Organisationen. Das Softwareunternehmen mit Sitz in Enschede verarbeitet täglich vertrauliche Daten, darunter Informationen zu Schuldnerberatungen und Logistiktransporten. Das erfordert eine Sicherheit, die über rein technische Aspekte hinausgeht.
„Es geht nicht nur um unsere eigenen Daten“, sagt Jeroen van de Pol, Manager ICT bei Stratech. „Wir sind für die Daten unserer Kunden verantwortlich. Da diese Informationen so sensibel sind, müssen wir täglich sorgsam damit umgehen.“ Für Stratech ist Sicherheit kein Extra, sondern eine Grundvoraussetzung, genau wie die Verfügbarkeit.
Eine Bedrohung, die oft unbemerkt bleibt
„Viele Menschen stellen sich ein Virus als etwas Sichtbares vor“, sagt Tom Leijte, CEO und Mitbegründer von Passguard. „Infostealer arbeiten im Stillen. Daten können bereits gestohlen werden, ohne dass es jemand bemerkt.“
Im Gegensatz zu herkömmlicher Schadsoftware sind Infostealer so konzipiert, dass sie Daten unbemerkt sammeln und versenden. Sie verwischen Spuren und bleiben oft unter dem Radar.
Vom Ransomware-Angriff zum Datendiebstahl
Angreifer ändern ihre Strategie. Der Fokus verlagert sich von Ransomware auf Erpressung mithilfe gestohlener Daten.
Tom Leijte verweist auf Odido: „Odido war nicht das Ziel von Ransomware, sondern von gestohlenen Daten von einer SaaS-Plattform. Im Fall von Snowflake im Jahr 2024 wurde Snowflake selbst nicht gehackt. Die ShinyHunters nutzten über Infostealer gestohlene Anmeldedaten, um auf Kundenumgebungen zuzugreifen. Dennoch wird es oft als Snowflake-Datenleck bezeichnet, obwohl das eigentliche Problem gestohlene Zugangsdaten waren.“
Für Softwareunternehmen wie Stratech sind die Auswirkungen offensichtlich:
Sensible Kundendaten können unbemerkt abfließen
Konten können missbraucht werden
Kunden wissen oft nicht, dass ihre Daten kompromittiert wurden
Da diese Angriffe keine direkten Störungen verursachen, werden sie oft erst spät entdeckt.
Die Rolle von Passguard
Um diese Bedrohungen sichtbar zu machen, arbeitet Stratech mit Passguard zusammen. Das in Leusden ansässige Unternehmen konzentriert sich auf das Monitoring des Darknets mit einem klaren Fokus auf Infostealer.
Passguard erkennt infizierte Geräte auf kriminellen Marktplätzen und zeigt auf, welche Daten gestohlen wurden. Dies ermöglicht es Organisationen, gezielte Maßnahmen zu ergreifen. Stratech kann so die eigene Umgebung schützen und proaktiv handeln, wenn Zugänge zu Kundenportalen kompromittiert sind.
„Der Unterschied liegt in der Sichtbarkeit“, sagt Tom Leijte. „Nicht nur zu vermuten, dass etwas nicht stimmt, sondern genau zu wissen, welches Gerät infiziert ist und welche Zugänge gestohlen wurden. Das ermöglicht schnelles Handeln.“
Jeroen van de Pol fügt hinzu:
„Früher konnten wir nur innerhalb unserer eigenen Umgebung agieren. Mit Passguard sehen wir auch, was außerhalb unseres Einflussbereichs passiert. Das hilft uns, gestohlene Zugänge schneller zu erkennen und rascher zu reagieren, manchmal noch bevor Kundendaten tatsächlich missbraucht werden.“
Sicherheitsbewusstsein allein reicht nicht aus
Ein zentrales Problem ist, dass Infostealer immer noch nicht allgemein als Bedrohung wahrgenommen werden. In Medienberichten finden sie kaum Beachtung. Auch das Nutzerverhalten spielt eine Rolle. Mitarbeiter wissen oft, was richtig ist, handeln aber nicht immer danach.
„Man kann das mit einem Schleudertraining vergleichen“, sagt Jeroen van de Pol. „Zu wissen, was zu tun ist, unterscheidet sich davon, es im Ernstfall auch richtig umzusetzen. Technologie und Richtlinien sind nur ein Teil der Lösung. Schnelle Reaktion ist entscheidend. Diese Reaktion hängt von der jeweiligen Situation ab. Einen internen Vorfall behandelt man anders als eine externe Erkennung. Verfahren des Kunden und der CISO des Kunden können involviert sein. Meine Ansicht ist einfach: Ein kompromittiertes Konto sofort sperren. Das verschafft einem den nötigen Handlungsspielraum für weitere Maßnahmen.“
Stärkung der ISO-27001-Konformität
Mit Passguard verbessert Stratech seine Bedrohungsanalyse. Das Unternehmen erhält schnelleren und klareren Einblick darin, welche Konten und Endgeräte im Darknet auftauchen und um welche Daten es sich handelt.
„Das macht das Risikomanagement direkter und effektiver“, sagt Jeroen van de Pol. Es unterstützt Stratech zudem bei der Einhaltung der ISO 27001, insbesondere im Bereich der Erfassung und Analyse von Bedrohungen.
Tom Leijte fasst zusammen: „Mit der Zunahme von Infostealern wird das Monitoring gestohlener Zugangsdaten zur grundlegenden Hygiene. Wer Cybersicherheit ernst nimmt, kommt daran nicht vorbei.“
Lassen Sie sich sofort benachrichtigen, wenn infizierte Geräte und Sitzungen auf kriminellen Marktplätzen zum Verkauf angeboten werden.