Warum sind Infostealer so gefährlich?
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Verfasst von Hochzeit von Anthony
— Mitgründer
Kurzantwort
Infostealer sind gefährlich, weil sie geräuschlos agieren, Antivirenprogramme und die Login-Überwachung umgehen und gleichzeitig aktive Sitzungstoken stehlen, mit denen die MFA vollständig umgangen wird. Da der gestohlene Zugriff oft erst Wochen nach der Infektion genutzt wird, lässt sich die Sicherheitsverletzung nur schwer bis zu ihrer Quelle zurückverfolgen. Die gestohlenen Daten speisen dann einen kriminellen Marktplatz, auf dem Protokolle indexiert, angereichert und weiterverkauft werden – oft innerhalb von Stunden –, was Angreifern einen Echtzeitzugriff ermöglicht, ohne dass sie jemals ein bestimmtes Opfer ins Visier nehmen müssen.
Fünf Gründe, warum Infostealer gefährlich sind
Sie entgehen der Entdeckung: Viele bleiben von Antivirenprogrammen oder der Anmeldeüberwachung unbemerkt und lösen weder Warnmeldungen noch Systemabstürze aus.
Sie umgehen die MFA (Multi-Faktor-Authentisierung): Angreifer verwenden gestohlene Tokens oder Cookies wieder, um sich als echte, bereits authentifizierte Benutzer anzumelden.
Sie verbreiten sich lautlos: Infektionen beginnen oft auf unmanaged (nicht verwalteten) oder privaten Geräten, außerhalb der Reichweite der IT.
Sie werden zeitversetzt genutzt: Der Missbrauch erfolgt oft erst Tage oder Wochen später, wodurch die Verbindung zur ursprünglichen Infektion unterbrochen wird.
Sie füttern ein kriminelles Ökosystem: Protokolle werden katalogisiert, angereichert und über Darknet-Plattformen und Telegram-Gruppen weiterverkauft – oft schon wenige Stunden nach der Infektion.
Warum Infostealer-Infektionen unentdeckt bleiben
Da viele Infostealer der Erkennung entgehen und in herkömmlichen Protokollierungssystemen kaum Spuren hinterlassen, können Infektionen lange Zeit unbemerkt bleiben. Der Verizon Data Breach Investigations Report bestätigt, dass Diebstahl von Anmeldedaten und Session-Hijacking (Sitzungsübernahme) zu den Hauptursachen für tatsächliche Sicherheitsverletzungen gehören. In vielen Fällen wird überhaupt keine Untersuchung eingeleitet, was bedeutet, dass dieselbe Sitzung oder dieselben Anmeldedaten wochenlang vor ihrer Entdeckung missbraucht werden können.
Wie Infostealer-Protokolle ein kriminelles Ökosystem anheizen
Infostealer speisen eine weitreichende kriminelle Wirtschaft. Protokolle werden katalogisiert, angereichert und weiterverkauft – oft schon wenige Stunden nach der Infektion. Angreifer müssen niemanden gezielt ins Visier nehmen: Sie wählen ihre Opfer auf der Grundlage von verfügbaren Zugriffen, Schlüsselwörtern oder exponierten Domänen aus. Dadurch werden Unternehmen über ihre schwächsten Glieder sichtbar: infizierte Mitarbeiter, Lieferanten oder nicht verwaltete Geräte.
