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Warum wächst das Risiko durch Infostealer so schnell?

In den letzten Jahren haben viele Organisationen wirksame Maßnahmen ergriffen, um ihre Netzwerke zu sichern und das Risiko von Phishing-Angriffen zu verringern. Infolgedessen hat die Effektivität traditioneller Angriffsmethoden erheblich abgenommen. Dies stellt Cyberkriminelle vor ein großes Problem, da ihr gesamtes Ökosystem auf erfolgreichen Angriffen basiert.

In den letzten Jahren haben viele Organisationen wirksame Maßnahmen ergriffen, um ihre Netzwerke zu sichern und das Risiko von Phishing-Angriffen zu verringern. Infolgedessen hat die Effektivität traditioneller Angriffsmethoden erheblich abgenommen. Dies stellt Cyberkriminelle vor ein großes Problem, da ihr gesamtes Ökosystem auf erfolgreichen Angriffen basiert.

1. Infostealer sind einfach zu bedienen

Ein entscheidender Faktor ist, dass Infostealer immer einfacher zu bedienen sind. Cyberkriminelle haben die Schnittstellen und Funktionalitäten von Infostealern optimiert und sie so einer breiteren Masse zugänglich gemacht – selbst denjenigen ohne umfassende technische Kenntnisse. Viele dieser Tools werden mit benutzerfreundlichen Anleitungen und Support angeboten, sodass selbst weniger erfahrene Angreifer sie effektiv einsetzen können. Dies senkt die Einstiegshürde in die Cyberkriminalität und ermöglicht es technisch weniger versierten Angreifern, mit relativ geringem Aufwand und technischem Geschick Erfolge zu erzielen.

2. BYOD ist auf dem Vormarsch

Mit dem Zuwachs von hybridem Arbeiten und Remote-Arbeit steigt die Nutzung von Bring Your Own Device (BYOD) in Unternehmen rasant an. In einer von HP durchgeführten Umfrage gaben 48 % der 8.000 Befragten an, dass BYOD in ihrer Organisation praktiziert wird, wobei 74 % erwarten, dass dies noch zunehmen wird.

Je schlechter gesichert die persönlichen Geräte sind, die in geschäftlichen Umgebungen genutzt werden, desto mehr Möglichkeiten haben Infostealer, Schaden anzurichten. Zudem sollte beachtet werden, dass die in der HP-Umfrage genannte Schätzung von 48 % wahrscheinlich konservativ ist. Infostealer haben auch in Organisationen leichtes Spiel, in denen unverwaltete Geräte neben verwalteten Geräten Zugriff haben. Selbst ohne eine aktive BYOD-Richtlinie können Infostealer daher oft florieren.

3. Die zunehmende Bedeutung der Identität

Neben dem Anstieg von BYOD sehen wir auch die wachsende Bedeutung der digitalen Identität. Viele Unternehmen stellen auf cloudbasierte Anwendungen um, bei denen der Zugriff auf Systeme nicht mehr über das interne Netzwerk, sondern über das Identitätsmanagement erfolgt. Dies macht Anmeldedaten und Session-Tokens zu einem primären Ziel für Cyberkriminelle.

Infostealer nutzen dies aus, indem sie Session-Tokens und Benutzeranmeldedaten stehlen, was Angreifern den Zugriff auf sensible Systeme ermöglicht, ohne dass dafür komplexe Angriffe nötig sind. Sobald sie im Besitz der richtigen Anmeldedaten sind, können sie sich problemlos anmelden und wie ein legitimer Benutzer agieren. Dies erklärt den Wandel hin zu dem, was IBM als „Anmelden statt Einbrechen“ beschreibt.

4. Das Wettrüsten zwischen Unternehmens-Antivirensoftware und Malware-Entwicklern

Ein weiterer Grund für das Wachstum von Infostealern ist das fortlaufende Wettrüsten zwischen Unternehmens-Antivirensoftware und Malware-Entwicklern. Antivirensoftware für Unternehmen ist immer hochentwickelter geworden, insbesondere durch die Implementierung sowohl signaturbasierter Erkennung – die Erkennung von Malware anhand bekannter Fingerabdrücke – als auch umfassender heuristischer Erkennung, die kontinuierlich das Verhalten von Dateien und Prozessen analysiert, um verdächtige Aktivitäten zu identifizieren.

Antivirensoftware für Endverbraucher hinkt oft hinterher, insbesondere bei der heuristischen Erkennung. Dies liegt daran, dass viele Verbraucher nicht bereit sind, für Premium-Antivirenlösungen zu bezahlen, was zu einem Mangel an finanziellen Ressourcen für die Entwicklung effektiverer Sicherheitstechnologien führt. Infolgedessen sind diese Lösungen oft nicht in der Lage, Infostealer-Infektionen effektiv zu erkennen, was Infostealern eine Chance bietet. Indem Cyberkriminelle diese schwächeren Systeme mit Malware angreifen, die ursprünglich so konzipiert wurde, selbst Sicherheitslösungen von Unternehmen zu umgehen, haben sie schnell beachtliche Erfolge erzielt.

5. Der Flywheel-Effekt des kriminellen Ökosystems

Infostealer profitieren auch vom wachsenden Ökosystem der Cyberkriminalität. Es gibt florierende Marktplätze für gestohlene Anmeldedaten und Session-Tokens, die von Cyberkriminellen in großen Mengen gehandelt werden. Diese illegalen Märkte sorgen dafür, dass selbst Kriminelle ohne technische Kenntnisse problemlos Zugang zu Konten und Systemen erwerben können.

Dieses Ökosystem erzeugt einen Flywheel-Effekt (Schwungradeffekt): Je mehr gestohlene Daten verfügbar sind, desto attraktiver wird es für Kriminelle, in die Verbreitung von Infostealern zu investieren. Dies macht es für Organisationen schwieriger, sich zu schützen, da jeder erfolgreiche Angriff das Problem nur noch vergrößert. Neue Kriminelle werden von dem lukrativen Markt angezogen, was sowohl zu einer steigenden Nachfrage nach gestohlenen Daten als auch zu einem größeren Angebot an Infostealern führt.

Fazit

Das rasche Wachstum des Infostealer-Risikos ist das Ergebnis verschiedener Faktoren: die zunehmende Benutzerfreundlichkeit von Infostealern, der Anstieg von BYOD, die wachsende Rolle der digitalen Identität, das Wettrüsten zwischen Malware-Entwicklern und Unternehmens-Antivirenlösungen sowie der Flywheel-Effekt des kriminellen Ökosystems. Obwohl schwer zu sagen ist, welcher Faktor der wichtigste ist, verdeutlichen diese Trends im Kollektiv den Übergang in eine neue Ära und die treibenden Kräfte hinter der Infostealer-Revolution.